SAS-KÖLN                                                                      

Informationen von Patienten und Ärzte für Patienten und medizinisches Personal über den Schlaf und Schlafstörungen.    

                                     SAS-Köln, Selbsthilfe Schlafapnoesyndrom Köln

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Letztes Update:
25.12.2003
Diese Seiten wurden von Patienten und Ärzten für Patienten oder Ratsuchende (aber auch medizinisches Personal)  gemacht.  Wir möchten Sie umfangreich über den Schlaf und Schlafstörungen aus medizinischer Sicht informieren. Wir verstehen uns als eine Initiative, die sich mit dem Schlaf und Schlafstörungen im allgemeinen und mit regionalen Besonderheiten und Versorgungsmöglichkeiten im Kölner Raum befassen. Wir sind ehrenamtlich tätig. Wir halten Sie über aktuelle Ereignisse die im Zusammenhang mit Schlafstörungen und deren Behandlungen stehen, auf dem Laufenden.  Wir werden daher unsere Seite regelmäßig aktualisieren. Gerne informieren wir Sie auch direkt über das neue Update, dazu bestellen Sie bitte die Newsletter.   (Newsletter bestellen)

 

Wie das „Leiden eines Schnarchers“ ein Ende nahm.....

 

  

Edgar Völger

 

Ein Betroffener schildert seinen langen Weg vom Schnarcher zum therapierten Schlafapnoiker.  Ein authentischer Vortrag von Edgar Völger auf dem 6. Kölner-Schlafapnoetag am Mittwoch. 09. Mai. 2001 18:15

 

Guten Abend meine Damen, meine Herren, sehr geehrte Gäste. 

Mein Name ist Edgar VÖLGER, ich bin ein betroffener und Mitglied hier in der Selbsthilfegruppe SAS KÖLN. Für heute lautet das Thema von dem ich Ihnen berichte:   

Meine Erfahrungen als SAS Patient      - der Weg zur Diagnose und zur Therapie - 

Einundsechzig Jahre ist mein gelebtes Leben. Aus gesundheitlicher Sicht, sind mir aus den ersten 20 Jahren, keine besonderen Auffälligkeiten bekannt. Mit dem Beginn der Phase „Ehemann“ wurde mir nach relativ kurzer Zeit von meiner Partnerin wegen unverschämt lauten Schnarchen erst die gelbe und dann später die rote Karte gezeigt. Ab meinem 45. Lebensjahr begannen ernsthafte Schwierigkeiten. Meine Familie hat sich immer häufiger beklagt, dass ich laut schnarche und im speziellen nach Feierlichkeiten,  wo Alkohol im Spiel war. Konsequenz war:  Auszug aus dem gemeinsamen Schlafzimmer. Getrennte Schlafräume haben nicht nur Nachteile, es gibt auch viele Vorteile. Wir haben uns geeinigt du schnarchst nicht, ich schnarche laut, kräftig, heftig und in allen Lagen aus fertig Pasta.!!!! Ich war ein derartiger Ignorant wie Sie es sich kaum vorstellen können. Die einzelne Familieninterna zum Punkt Schnarchen will ich Ihnen nicht zumuten, denn das Problem kennen Sie alle. Mein Unwohlsein, im nachhinein betrachtet, fing schleichend an und das ist das heimtückische an der Sache.

Morgens plagten mich oft Kopfschmerzen und Nasenbluten. In meiner Ahnungslosigkeit und aus Bequemlichkeitsgründen gab es eine Eigenbehandlung mit ,Aspirin" nach der Methode, bei leichtem Kopfschmerz wurde 1 eingeworfen und bei starkem 2. So ab  1990 gesellten sich noch andere Symptome wie Tagesmüdigkeit, Bluthochdruck und Herzrhythmusstörungen hinzu. Das waren natürlich keine Eigendiagnosen und

Therapien mehr, sondern Ergebnisse aus verschiedenen Arztpraxen, Kurkliniken und Krankenhäusern.  Mein Hausarzt hat sich auf die Behandlung der Hypertonie mit verschiedenen Medikamenten konzentriert. Die Vorgehensweise kennen wir alle, es fängt schwach an und wird immer stärker bis zu dem Punkt wo man sich fragt: Kann ich die Stärke und den langen Zeitraum der verabreichten Medikamente noch mit gutem Gewissen verantworten? 1999 war es dann so weit, dass ich zu der Erkenntnis kam, so kannst du nicht weiter­machen und der Druck, der von meiner Familie auf mich ausgeübt wurde, verstärkte sich. Einige Fragen und Äußerungen sind mir noch gut im Gedächtnis. Wie lange willst du eigentlich so weitermachen? Dir ist doch bekannt: Bluthochdruck tut nicht weh, nur wenn du so weiter machst wie bisher, dann kommt mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit der große ,,Big Bang“ und der heißt Schlaganfall mit all seinen Varianten von Tod bis Rollstuhl und Schnabeltasse. Mach dir bitte ernsthaft Gedanken und unter nimm etwas. Das Wort Schnabeltasse hat mich geschockt und ich war ganz schön in der Klemme. Der Zufall kam mir zur Hilfe. In einem Zelt auf dem Neumarkt anlässlich der Kölner Gesundheitstage 1999 an einem Informationsstand der Selbsthilfegruppe SAS Köln habe ich zum erstenmal das Wort Apnoe bewusst gelesen und auch hinterfragt. Meine vielen Fragen wurden mir mit Freundlichkeit und Kompetenz beantwortet. Ich erhielt auch eine Einladung zum Gruppenabend der in regelmäßigen Abständen stattfindet. Ich verfügte nun plötzlich über sehr viele Informationen in Wort und Schrift zum Thema „Schlafapnoe-Syndrom und Schnarchen“.  Alles hat mich sehr erstaunt und nachdenklich gemacht. Ich habe darüber nachgedacht, ob es denn möglich sein kann, dass auch ich von dem Schlafapnoesyndrom betroffen bin, denn viele Symptome waren mir ja bekannt, die auf meinen Gesundheitszustand zutrafen und sich mit dem in Einklang bringen ließen was ich soeben gehört und gelesen hatte. In mir reifte der Entschluss das zweifelsfrei zu klären. Ich erinnerte mich an die Einladung zum Gruppenabend. - Ich ging mit meiner Frau hin. An diesen Abend hat mich beeindruckt, dass ein erfahrener Arzt als Ansprechpartner mehr als eine Stunde uneingeschränkt zur Verfügung stand. Einen solch glücklichen Umstand und Service - alles ehrenamtlich und kostenlos hatte ich nicht erwartet. An diesen Abend konnte ich alles in Erfahrung bringen, was ich tun muss um Schritt für Schritt alle Bedingungen zu erfüllen um einen Termin für das Schlaflabor zu bekommen. Ich war erstaunt was eine Selbsthilfegruppe imstande ist zu leisten. Am So. den 30.07.2000 war es dann so weit, dass ich mich in ein Bett im Schlaflabor niederlegen durfte um eindeutig und zweifelsfrei festzustellen ob ich Apnoen habe oder nicht. Die ganze Prozedur ist im ersten Moment ungewohnt. Um wirklich zweifelsfrei aussagefähig zu sein ist es erforderlich ca. 18 verschiedene Messwerte die ganze Nacht aufzuzeichnen und zu dokumentieren. Ich wollte Bestätigung und Hilfe, denn ich saß ja in der Klemme, also war fügen angesagt. Mir kamen große Zweifel, ob ich mit all den Messwertaufnehmern und den dazu gehörenden Kabeln die an meinem Körper befestigt waren, in dieser Nacht überhaupt schlafen kann. Ich konnte, und wie ich konnte, dass hat mir am folgenden Morgen eine nette junge Ärztin an Hand der nun ausgewerteten nächtlichen Aufzeichnungen erklärt, was alles in der vergangenen Nacht abgelaufen ist. Die nun vorliegende Ausgangssituation schwarz auf weiß war schockierend. Ich wollte es wieder nicht glauben, aber es gab keinen Zweifel: das Ergebnis lautete 32 Atemaussetzer pro Std. von unterschiedlicher Dauer im Schnitt 30 sec. Der Sauerstoffgehalt im Blut ist auf  83 % abgesunken. Ich war der Meinung nur 17 % weniger das ist doch gar kein so schlechter Wert. Das hat die Ärztin aber ganz anders gesehen und ich wurde aufgeklärt, das es ganz anders ist, als ich dachte. Meine bangen Fragen waren:

    Was ist zu tun?

    Wie geht es weiter?

    Wie sieht die Therapie aus?

    Wie lange dauert so eine Therapie?

Die Antwort lautete, nach heutigem Stand der Wissenschaft und Technik lebenslänglich. Der psychische Schock war perfekt. Da braucht jeder erst mal eine Weile um die neue Lebenssituation zu begreifen und zu verarbeiten. Ich bekam eine Atemmaske und ein CPAP- Beatmungsgerät

(CPAP kommt aus dem englischen:

Continuous    = ununterbrochen

            Positive          = sichere

            Airway,           = Luftweg

            Pressure       = Druck)

Mir wurde die Handhabung erklärt und am Nachmittag Maskentraining verordnet. Es folgte die zweite Nacht unter Laborbedingungen, aber mit zusätzlicher CPAP-Therapie. In dieser zweiten Nacht wird beobachtet wie sicher wirkt die Therapie, ist die Maske dicht, arbeitet das Gerät einwandfrei usw.  Aber das Wichtigste ist wohl,  welchen Druck braucht der Patient um den Luftweg offen zu halten damit keine Apnoen mehr auftreten. Am Vormittag wurde mir wieder alles erklärt, und ich bekam ein geeichtes Gerät, an dem mein Therapiedruck eingestellt war. Von nun an jede Nacht mit 8 mbr. durch die Nacht. Nun bin ich an einem Punkt den ich besonders betonen möchte. Schlagartig hat sich meine Lebensqualität verbessert. Am Morgen nicht mehr müde und kaputt, sondern fit wie ein Turnschuh. Belastend war nur der Gedanke - lebenslängliche Abhängigkeit von dem Gerät in der Nacht. Ich habe mir eine psychische Brücke gebaut, die so aussieht. Als junger Mann war mein Berufstraum Jetpilot. Der Traum vom Ritt auf dem Feuerstrahl ist aber nicht in Erfüllung gegangen. Heute steige ich jede Nacht mit meinem Überlebenssystem ins Cockpit und ab geht es durch die Nacht. Jede Nacht völlig gefahrlos im Traum zu jedem Punkt der Erde. Das ist schon eine tolle Sache. Auch eine wichtige Erkenntnis ist die, dass ich all denen nicht gefolgt bin, die verkünden, sie könnten das Problem mit dem Messer lösen.

Vielleicht habe ich auch einfach nur Glück gehabt, dass ich zur richtigen Zeit den richtigen Leuten begegnet bin. All denen, die einen Beitrag in welcher Form auch immer geleistet haben, dass auch ich wieder einen gesunden, erholsamen Schlaf genießen kann, und Ihnen die Sie mir zugehört haben, rufe ich ein Zauberwort zu!!! 

Danke

 

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